Mal was anderes …

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Unsere Freunde Marcus und Anne wollen in absehbarer Zeit polare Gewässer segeln und haben sich deshalb ein Stahlschiff gekauft. Deshalb steht nun ihre treue „Flow“ zum Verkauf und Marcus bat mich, das hier mal ein wenig publik zu machen.

Ich habe „Flow“ zum ersten Mal in Lissabon getroffen. Das war im Jahr 2010, ein Job hatte mich damals dorthin gebracht. Also bin ich an einem Tag nach Feierabend am Doca de Alcantara entlang gelaufen, hab mir noch einmal den Hafen angeschaut, in dem meine große Reise mit „Maverick“ fünf Jahre zuvor begonnen hatte – und dann lag da dieses schnittige Schiff am Steg.

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Flow in Lissabon, 2010

Marcus und Anne sind mit ihrer Delta 36 drei Jahre zuvor nach Brasilien gesegelt und haben viel Zeit in der Karibik verbracht. Im Sommer 2010 war Marcus nun gerade wenige Tage zuvor in Lissabon eingelaufen, nachdem er das Schiff einhand und nonstop von der Karibik über den Atlantik gesegelt hatte. Ein toller Törn. Schade nur, dass ich ihn verpasst hatte – er war bereits zurück nach Deutschland geflogen und „Flow“ lag allein am Steg. Dort stand ich nun und schrieb den beiden eine SMS. Minuten später kam als Antwort, dass ich doch gern mal drauf klettern könnte. Das ließ ich mir natürlich nicht nehmen 😉

„Ein wunderschönes Boot“, habe ich dann später im Blog notiert, „Ich glaube, ich kenne keine GFK-Yacht, die vertrauenserweckender aussieht. Ein echtes Seeschiff.“

Ein Jammer, dass Marcus und Anne sie nun verkaufen wollen. Hätten wir nicht zwei Jahre Arbeit in unsere „Maverick“ gesteckt und wären nun kurz vor dem Ziel, würde ich sie vermutlich selbst kaufen wollen. Für Blauwasserfahrten ist das Schiff nicht nur von der Konstruktion und vom Lebensraum her wunderbar geeignet, sondern auch noch perfekt dafür ausgerüstet.

Im Jahr 2011 haben Cati und ich den beiden dann per Ryan-Air einen Besuch auf den Kanaren abgestattet und sind fünf Tage mit an Bord der „Flow“ gewesen. Herrliche Segeltage. Damals hatten wir gerade ein Jahr lang unsere große „Gipsy Girl“. An den Abenden im Hafen von Los Christianos, an denen wir mit Marcus und Anne im Cockpit saßen und Rotwein tranken, in der großen Vorschiffskoje unter dem offenen Luk schliefen – und an den Tagen, an denen wir mit „Flow“ über den aufgewühlten Atlantik preschten … haben wir uns damals entschlossen, dass wir genau solch ein Boot haben wollten. Doch die Delta 36 sind schwer zu bekommen, es wurden nur sehr wenige gebaut. Also ist es letztlich dann doch wieder eine Contest 33 geworden.

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Marcus und Anne haben nach unserem Besuch noch einmal den Atlantik überquert und sind mit „Flow“ zurück nach Panama gesegelt. Von dort hat Marcus das Schiff im vergangenen Sommer zurück nach Deutschland überführt. Nun liegt „Flow“ in Barth und steht für Besichtigungen bereit.

Übrigens, mit meinem Eindruck der Stabilität hatte ich damals in Lissabon nicht unrecht. Im vergangenen Jahr ist ein baugleiches Schiff im Nordseesturm auf Juist gestrandet. Es war von den Wellen so weit auf den Strand geworfen worden, dass es dort nach Abflauen des Windes „High and Dry“ lag. Ein Abtransport über Wasser nicht möglich war. Doch dann kam Wochen später der nächste Nordseesturm. Die Wellen schlugen so weit den Strand hinauf, dass die Delta 36 wieder aufschwamm und Kurs aufs Meer nahm. Einen Tag später strandete sie erneut – diesmal auf der Nachbarinsel Norderney(!). Dort konnte sie besser geborgen werden – und schwimmt immer noch. Hier der Link zum Bericht.

Dies also als kleiner Beitrag, um einen guten Nacheigner für die „Flow“ zu finden. Ich weiß, wie sehr Marcus das Boot gehegt und gepflegt hat …

Als Preis samt Vollausstattung stellt sich Marcus 30.000 Euro vor. Inklusive allem Zubehör, Watermaker, Amateurfunkanlage mit Modem, Windgenerator und Windsteueranlage.

Ein sehr ausführliches Exposé könnt ihr hier finden.

Hunderte Bilder und Geschichten von vergangenen Reisen der „Flow“ findet ihr hier.

Nach dem Kauf müsst ihr dann nur noch mal kurz zu Aldi, Proviant kaufen, und die Reise kann los gehen!