Weihnachtsgeschenke für Segler

Liebe Leser,

seit Ende Oktober sind wir zurück auf der anderen Seite des Atlantiks, seit mehr als drei Wochen nun sogar schon auf den Bahamas. Die „Maverick XL“ ist unser neues Zuhause geworden. Davon berichten wir bald mal.

Vorher aber noch ein Blogeintrag, den wir schon längere Zeit im Hinterkopf haben. Wir hatten ja auf unserer Seite unter „Ausrüstung“ ein paar Tipps für Dinge gegeben, die unser Leben an Bord erleichtert haben. Mittlerweile haben wir ein paar mehr Sachen entdeckt, von denen wir begeistert sind – und sie hier für euch zusammengetragen. Also falls ihr noch ein Weihnachtsgeschenk sucht: Da habt ihr es :-)

Übrigens sind wir von keinem der Hersteller noch von Amazon gesponsort worden. Das sind alles unsere eigenen, unbeeinflussten Meinungen. Falls ihr aber auf einen dieser Links klickt und die Produkte dort kauft, bekommen wir ein paar Prozente ab 😉

Das Luci-Light

joe_4482

joe_4489

joe_4843

joe_7499

joe_7501

Ganz zu Beginn der größte Hammer seit Erfindung der Glühlampe. Gut, wohl eher seit Erfindung der LED-Leuchte. Erstmal klingt die Idee ziemlich bekloppt – und ich meine mich auch zu erinnern, dass mir das Luci-Light vor Jahren schonmal untergekommen ist, als man noch Geldgeber für den Plan suchte. Und der klang wie folgt: Wir wollen eine Lampe bauen, die über Solar gespeist wird und aufblasbar ist. Aufblasbar? Hä? Irgendwann las ich dann, dass sie in Entwicklungsländern und in Wüsten den Leuten Licht in ihre Zelte bringen soll. Das klang schon ziemlich cool.

Auf Marathon Key in den Florida Keys haben wir so eine Lampe dann das erste Mal gesehen. Wir waren zum Bier auf ein anderes Boot eingeladen, saßen im Cockpit und wunderten uns über das komische aufblasbare Ding da hinten am Achterstag. Dann plötzlich wurde es angeschaltet und spendete wunderbares, buntes Licht. Auf Wunsch auch durch alle unterschiedlichen Farben blendent. Mit der Zeit sahen wir die Dinger dann auch auf allen möglichen anderen Yachten, teils sogar als Ankerlicht. Die kleine Solarplatte lädt den Tag über und die Akkus reichen dazu, fast eine ganze Nacht durchgehend Licht zu spenden. Tolle Dinger. Warum waren sie uns nicht schon viel früher untergekommen? Ganz einfach: Weil sie überall ausverkauft waren. Lange Zeit war es und auch nirgends möglich eine zu kaufen. Inzwischen haben wir alle Freunde mit den Luci-Lights angesteckt. Ob weiß, ob bunt. Wir lieben sie.

 

Klettergurt von Petzl

joe_7540

joe_6140

Der Bootsmannsstuhl auf diesem Schiff war in die Jahre gekommen und es war nötig einen neuen anzuschaffen. Wir hatten auf „Maverick too“ den klassischen, billigen Stuhl, den fast jeder Ausrüster unter eigenem Labelaufdruck im Programm hat. Allerdings sind mir bei dem Modell in den letzten Jahren zwei Fälle untergekommen, in denen das Gurtband nach Jahren im Einsatz versagt hat. Deshalb wollte die die Chance nutzen, mir endlich ein richtiges Klettergeschirr zu kaufen. Warum? Ich bin Bootsmannsstühle leid. Man fühlt sich in den Dingern immer irgendwie immer als säße man auf einer Schaukel, die in irrer Höhe hängt. Und vollkommen abhängig von den Leuten, die dort unten die Leinen in ihren Händen halten.

Sicher sind sie eine gute Sache für Leute, die sich in den Mast winschen lassen. Ich aber klettere schon immer selbst hoch und lasse mich nur von Cati sichern. Deshalb fehlt mir in den Bootsmannsstühlen immer ein wenig Freiraum zum Klettern. Ich fühle mich eingezwängt in einen Sitz.

Vor vielen Jahren habe ich mal für die YACHT bei einem Vergleichtest mit dem Arbeitstitel „Wege in den Mast“ mitgemacht und bin mit allerlei unterschiedlichen Gurten etliche Male in den Mast einer Swan geklettert. Am besten fühlte sich ein Klettergurt von Petzl an, wie ihn Bergsteiger häufig nutzen. Genau so einen habe ich mir nun auch gekauft – und bin begeistert. Ich fühle mich viel freier und sicherer beim Klettern und arbeiten. Achtung aber: Besser auch den Schultergurt dazu kaufen.

Weber Gasgrill

joe_7494

joe_7495

joe_7497

joe_6404

Der Grill war bereits an Bord – und wir waren sofort davon begeistert. Im Prinzip ist es eine ähnliche Konstruktion, wie Weber auch für den Garten verkauft. Gusseisernes Rost, großer Brenner, eine voluminöse Haube. Nur, dass das kleine Schränkchen unter dem Grill fehlt und der Grill damit leicht verstaubar (bordtauglich!) ist.

Auch hier die Geschichte von einem YACHT-Test bei dem ich mal mitgemacht habe … Damals haben wir bordtaugliche Grills getestet. Diesen hier gab es leider noch nicht – und all die Modelle, die wir ausprobiert haben, waren okay um mal eine Wurst zu grillen, aber nicht so wirklich der Hammer. Auf „Maverick too“ hatten wir einen Magma Gasgrill und haben ihn wirklich oft benutzt. Bei der Konstruktion des Grills hat man darauf geachtet, ihn möglich klein zu halten und Relingstauglich (leicht, kompakt) zu machen. Die Folge: Das Rost war viel zu nah am Brenner und wir hatten vor allem bei den fettigen amerikanischen Burgern zwei Fettbrände an Bord. Bei Fleisch und Würstchen wars okay.

Dieser Weber-Grill ist zwar bei weitem nicht so Kompakt wie der Magma, aber um Welten besser und auch mittelgroßen Yachten noch gut in der Backskiste verstaubar. Wir haben ihn bereits auf etlichen Yachten gesehen. Und das Grillerlebnis macht alle Stauprobleme wett. Rindersteaks wie aus dem Grillhaus. Den Grill auf 200 Grad bringen (Thermometer inklusive!), drei Minuten rechts, drei Minuten links – perfektes Mediumsteak. Wir würden nie wieder einen anderen Grill kaufen. Nachteil: Die Bordkuh Ricky ist nicht begeistert, dass es seitdem öfters Rindfleisch gibt 😉

Restube

joe_7483

joe_7476

joe_7478

joe_7489

Vor vielen, vielen Jahren stand mal ein junger Mann bei mir am YACHT-Stand auf der Messe in Düsseldorf. Ich hoffe ich gebe die Geschichte richtig wieder: Er war beim Kitesurfen gestürzt und hatte das Board verloren. Die Wellen waren hoch und er hatte nichts, um sich festzuhalten. Glücklicherweise wurde er gerettet und hatte eine Idee: Eine kleine Tasche entwickeln, die man sich umbinden kann. Sollte man ins Wasser fallen, zieht man ähnlich wie bei einer Rettungsweste an einer Reißleine und es bläst sich ein Schlauch auf, an dem man sich festhalten kann. Perfekt für alle Kiter, aber auch zum Dingifahren, paddeln – oder (da keine automatische Auslösung) auch zum schwimmen oder schnorcheln. Inzwischen ist aus dieser Idee ein tolles Produkt geworden. Wir haben zwei Restubes an Bord.

 

Proxxon-Werkzeugkiste

joe_7471

joe_7472

joe_7473

 

An Bord einer jeden Yacht geht immer irgendwas kaputt. Jemand hat mal den Satz geprägt „Jeder Segler ist zeitweise ein Schrottschmied.“ Soll heißen: Irgendwann kommt immer der Punkt an dem etwas kaputt geht und man mit den Sachen die man an Bord hat, eine Lösung improvisieren muss. Dann ist es gut, wenn zumindest gutes Werkzeug da ist.

Ich hatte auf „Maverick too“ einen alten Proxxon-Steckschlüsselkasten. Mit dem Kasten habe ich das Schiff zwei Jahre lang im Refit auseinander- und dann wieder zusammengebaut. Und auf den Wegen zur Werft mein altes Auto repariert. Dann waren wir zwei Jahre unterwegs und immer war gutes Werkzeug nötig. Zylinderkopfdichtung beim alten Volvo, dann der Einbau des neuen Motors. Dann mal auf anderen Schiffen helfen und reparieren. Ich habe immer meinen Kasten mitgenommen weil auf fast allen anderen Schiffen nur Aldiwerkzeug unterwegs war. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich all die Arbeiten ohne den alten Proxxonkasten hinbekommen hätte. Und selbst nach mehr als vier Jahren permanenter Nutzung ist das Werkzeug immer noch super.

Trotzdem habe ich ihn für das Leben auf dem Katamaran nun ersetzt. Vor allem, weil der neue Kasten aus Plastik ist. Beim Vorgänger (Blech) musste ich immer sehr darauf achten, keine Kratzer ins Deck zu machen. Und man hat alles dabei, sogar bis zum Zündkerzenschlüssel. Ich freue mich immer, wenn ich ihn aufklappe :-) Dann noch einen Satz Schraubenschlüssel und eine Wise Grip dazu und man ist für die meisten Fälle gewappnet.

Catis liebster Begleiter: Der Kindle

joe_7511

joe_7514

joe_7518

Wir beide sind absolute Verfechter der richtigen Bücher aus Papier. Zuhause hatten wir eine große Bücherwand und haben es genossen, von Zeit zu Zeit durch alte antiquarische Bücher zu blättern, den Duft der Jahrzehnte in der Nase und die angegrauten, rauen Seiten in den Fingern. Was gibt es schönere? Nichts. Ganz klar. Aber es gibt an Bord einer Yacht etwas deutliche praktischeres: Das Kindle.

Es hat eine Weile gedauert, bis das Kindle bei uns Einzug gehalten hat. Genauer hat es uns ein Freund geschenkt und auf die BVIs mitbringen lassen. Aber mittlerweile könnten wir nicht mehr ohne und streiten uns gelegentlich darum, wer lesen darf. Irgendwann brauchen wir unbedingt ein zweites. Denn für den Bordalltag ist es einfach genial. Irre lange Akkulaufzeit, ziemlich robust. Das Kindle-Paperwhite spiegelt nicht und lässt sich sogar bei gleißender Sonne auf dem Vorschiff lesen. Und noch viel wichtiger: Mit auf „minimal“ abgeregelter Hinterleuchtung während der Nachtwache. Was haben wir uns früher über den Kartentisch verbogen, um unter dem Rotlicht unsere Bücher lesen zu können. Jetzt liegen wir bequem in der Sofaecke und halten das federleichte Ding in der Hand. Eigentlich meistens Cati. Ich darf nur, wenn sie schläft 😉 Mittlerweile haben wir über 300 Bücher auf dem Kindle und es ist herrlich, im Bücherregal nun Platz für andere Dinge zu haben.

Schnorchelset von Aqualung

joe_7506

Zum ersten Mal habe ich dieses Schnorchelset vor vier Jahren gekauft, als wir einen Chartertrip für die YACHT nach Belize gemacht haben. Das Set war danach noch zwei Jahre auf „Maverick too“ dabei. Als jetzt die Familie für einen Besuch auf die Bahamas kam, habe ich gleich nochmal vier Sets mitbringen lassen, denn das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar: 29,90 Euro für eine richtig gute Brille und einen Schnorchel, bei dem auch das Ausblasen kraftlos funktioniert. Können wir nur weiterempfehlen. Entweder für den nächsten Schnorcheltrip oder auch „für alle Fälle“ an Bord auf der Ostsee, falls mal irgendwas in die Schraube kommt.

 

Alfa WLAN-Antenne

joe_7504

All die 15.000 Seemeilen mit „Maverick too“ hat ständig eine auf dem Mast montierte WLAN-Antenne vom Typ Bullet 2 (von Lunatronic) für gutes Internet gesorgt. Auf dem Katamaran ist es uns jedoch nun ein wenig umständlich, das Mastkabel zu legen (ohne den langen Mast zu legen), deshalb nutzen wir hier an Bord gerade die von den Voreignern übernommene Alfa-Antenne samt Router. Unheimlich einfach und unkompliziert und für den schnellen, gelegentlichen Einsatz wirklich perfekt. Für den Dauereinsatz auf Langfahrt sind wir aber weiterhin überzeugt von der Bullet 2 im Masttop.

MIFI-Router

joe_7522

Im Ausland unterwegs, aber nur eine lokale SIM-Karte? Kein Problem. Einfach in den MIFI-Router stecken und ein Bordnetzwerk für alle erzeugen. Einfach, praktisch und mit gutem Akku. Vorher haben wir mit dem Smartphone einen Hotspot erzeugt, aber dabei geht die Batterie des Handys immer schnell in die Knie.

Gibts von verschiedenen Herstellern. Zum Beispiel:

 

Sterling Lichtmaschine-zu-Batterie-Laderegler

joe_1529

joe_7528

Alle modernen Fahrtenyachten verbrauchen viel Strom. Ist man nicht jede Nacht im Hafen, dann muss für Nachschub gesorgt werden. Durch Windgenerator, Solar – oder eben der Motor. Zugegeben, keiner möchte vor Anker liegen und den Diesel laufen haben, um zu laden. Aber bei normalen Tagestörns von Bucht zu Bucht läuft der Diesel ja gewöhnlich immer etwa eine Stunde. Die Lichtmaschine des Motors kann theoretisch eine Menge Strom liefern. Doch das macht sie meist nicht. Unsere Lichtmaschine auf „Maverick too“ hat von Hause aus 80 Ampere Ladestrom, hat aber meist nur mit 30 Ampere geladen. Deshalb haben wir einen Sterling Laderegler installiert. Der mogelt dem internen Laderegler in der Lichtmaschine im Prinzip vor, dass die Batteriebank richtig leer ist. Daraufhin lässt er die Lichtmaschine richtig arbeiten, sodass wir einen Ladestrom von 60 Ampere hatten. Hier auf dem Katamaran habe ich auch einen Sterling-Laderegler installiert. Dank der zwei Lichtmaschinen lädt der nun sobald der Motor läuft mit 120 Ampere. In nichtmal einer Stunde Motorlaufzeit haben wir damit unseren Stromverbrauch der letzten 24 Stunden drin. Trotz Kühlschrank, Kühltruhe, Inverter und vielem mehr. Eine tolle Sache :-)

Hier kann man den Laderegler bestellen: www.gotthardt-yacht.de

 

Stirnlampe LED LENSER SEO 5

joe_7532

Gut, dass Stirnlampen an Bord einer Yacht unheimlich wichtig und praktisch sind, damit erzähle ich euch nichts neues. Wir haben eine Stirnlampe mit diesem Boot übernommen, die meiner Meinung nach aber die Beste auf dem Markt ist. 180 Lumen Lichtstärke, 25 Stunden Leuchtdauer (3 AAA Zellen), 120 Meter Leuchtweite. Außerdem IPX6 Schutz (gegen starkes Strahlwasser). Und jetzt kommt ihr! :-)

Wie ihr seht ist das Kopfband unserer Lampe schon etwas verfärbt. Das kommt daher, dass die Lampe immer überall mit dabei ist. Also wenn ihr mal eine richtig gute Lampe haben wollt oder ein gutes Geschenk für einen Segler sucht: Das ist ein echt gutes Qualitätsprodukt.

 

Ölfilterschlüssel

joe_7546

Es ist ein dreckiger Job. Ölwechsel auf dem Boot. Man legt das ganze Umfeld mit Ölaufsaugtüchern aus, benutzt eine Vakuumpumpe, aber es geht trotzdem entweder was daneben oder der abgelegte Ölsaugschlauch der Pumpe bekommt ein Eigenleben und saut herum. Und dann noch den Ölfilter abbekommen. Man fummelt in einem engen Motorraum herum, rutschige Hände und flucht, dass man letztes Jahr beim Aufschrauben des alten Filters nach „Handwarm“ doch noch einen Geistesblitz hatte: „Doch noch lieber ein bisschen fester“.

Es gibt allerlei Systeme um den Filter zu lösen. Viele kratzen oder dellen den Filter ein, sind zu sperrig für den Motorraum oder haben sonstige Nachteile. Ich hatte fast alle davon mal in der Werkzeugkiste. Und nun habe ich hier an Bord diesen hier gefunden. Er funktioniert so gut wie bisher kein anderer: Die Lasche auf ein Maß bringen, dass sie über den Filter passt, drüberstecken, leicht anziehen – und lösen. So einfach wie hier ging der Ölwechsel noch nie. Deshalb kann ich das Ding nur empfehlen.