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  • Zurück auf Anfang?!

    Posted by on November 22, 2011

    Liebe Leser!

    Winterzeit – Besinnlichkeit … auch Johannes und ich haben uns im Winter nun auf einiges zu besinnen.

    Den Sommer über haben wir viel Zeit, Arbeit und natürlich auch Geld in die “Gipsy Girl” gesteckt, um sie fit zu machen. Außerdem hatten wir Gelegenheit, sie auf der Ostsee auszuprobieren und uns auf See an sie zu gewöhnen. Dass wir in näherer Zukunft auf Langfahrt gehen wollen, ist sicherlich kein Geheimnis mehr. An diesem Wunsch messen wir alles, was an der “Gipsy Girl” verändert wurde und werden soll. Jetzt, wo wir aufgrund der Temperaturen ohnehin einen Baustopp haben, bleibt Zeit, die Reisepläne weiter zu konkretisieren und uns eine Masterplan für die nächsten Monate auszudenken. Neben Zielen und Routen ist dabei in den letzten Wochen auch die Bootsfrage wieder in den Vordergrund gerückt.

    Einerseits bietet “Gipsy Girl” wahnsinnig viel Platz und Komfort, hat sich auf vier Atlantiküberquerungen bewährt und ihre Segeleigenschaften haben uns auf dem Schwedentörn überzeugt. Wir kennen fast jede Ritze des Bootes und wir müssten nur da weiter machen, wo wir aufgehört haben. Vom Rumpf her ist sie für das geeignet, was wir uns vorstellen.

    Andererseits bedarf sie noch viel mehr Pflege, als zunächst angenommen. Insbesondere das Teakdeck müsste vor der Reise komplett überholt werden, denn wir wünschen uns mit einem Boot loszufahren, das nur die üblichen Baustellen hat, und uns nicht in jedem Hafen zu neuen Arbeiten zwingt.

    Und der wichtigste Punkt: Wir werden mit dem Boot nicht warm. Obwohl wir den Verkauf der Contest 33 nicht bereuen und sie auch in guten Händen wissen, sehnen wir uns doch oft nach ihr zurück. Sie war so schön klein und kuschelig, genau das richtige für uns. Die “Gipsy Girl” ist uns mit 12,5 Metern doch um einiges zu groß für uns zwei, mit 13 Tonnen im unbeladenen Zustand auch nicht sehr handlich im Hafen zu händeln. Von der Einhandtauglichkeit mal abgesehen, die für Johannes ja auch nicht gerade unwichtig ist. Obwohl er nach dem Ablegen auch einhand damit auf Reisen gehen könnte.

    Ich denke mir oft, dass es doch nicht sein kann, dass ein Boot vorhanden ist, und wir damit nichts anzufangen wissen. Oder zumindest wenig. Was ein Luxus in so jungen Jahren so ein großes Boot zu haben. Aber es ist und bleibt halt doch ein Kompromiss: Praktisch, seetüchtig und gut, aber es passt nicht zu uns. Irgendwie ist es zu groß und zu komfortabel.

    Wie viel Aufwand es bedarf, ein geeignetes Schiff zu finden, wird jeder nachvollziehen können, der selbst schon einmal vor der Aufgabe stand. Auch die finanzielle Frage spielt hier eine entscheidende Rolle, zumal ich als Studentin herzlich wenig beisteuern kann, das liegt allein an Johannes. Und es muss passen, denn wir wollen ja nicht nochmal an den Punkt gelangen, an dem wir uns gerade befinden.

    Und letztlich: Groß oder klein? GFK oder Stahl? Kredit oder nicht? “Gipsy Girl” oder nicht? Was wollen wir überhaupt?

    Cati

     

     

  • Im Päckchen rund Ærø

    Posted by on Juli 9, 2011

     

    Liebe Leser,

    relativ lange gab es hier nichts zu Lesen, obwohl wir in der Zwischenzeit ein sehr schönes Segelwochenende auf Ærø verlebt und unendlich viele Fotos geschossen haben. Das hat zwei Gründe: Zum einen ist Johannes gerade für die YACHT in der dänischen Südsee unterwegs und somit von der Online-Welt so gut wie abgeschnitten – weshalb wir fanden, dass es eine schöne Idee sei, wenn ich einmal den Blog füttere. ”So schwer kann das ja wohl nicht sein”, dachte ich mir, “immerhin war ich auf hoher Schule …” Ehrlich gesagt habe ich wohl auch nicht so genau hingehört, als Johannes mir das Wichtigste im Schnelldurchlauf erklärt hat. Jedenfalls wollte es mir nicht gelingen, irgendetwas zu veröffentlichen, dazu fehlten mir ganz klar die Computerkenntnisse. Und das ist schließlich der zweite Grund. Das – oder dass Johannes vergessen hatte, mir Adminrechte für die Homepage einzuräumen … :-)

    Am letzten Juniwochenende standen alle Zeichen auf Segeln. Die Wettervorhersage versprach Sonne aus allen Löchern, außerdem meldeten sich Georg und Irene am Freitag morgen aus dem Nord-Ostsee-Kanal Richtung Kiel. Die beiden wollten eigentlich schon längst in der dänischen Südsee unterwegs sein, allerdings führte der Rhein in den letzten Wochen so wenig Wasser, dass sie nicht einmal von ihrem Liegeplatz in Krefeld weg kamen um nach Norden aufbrechen zu können. Perfektes Timing. Ich selbst hatte mir nach der Lernerei der letzten Monate und einer vierstündigen mündlichen Prüfung am Freitag ein Segelbonbon verdient. Johannes sowieso, der ist immer segelreif :-)

    Nachdem die “Zig Zag” mit Georg und Irene in Kopperby neben uns festgemacht hatte, läuteten wir am Freitagabend also schon zu viert  ein schönes Wochenende ein. Ein kleiner Gasgrill wurde ausgepackt und meine Herren, der hat gebruzzelt, was das Zeug hält. Ein tolles Teil.

    Am nächsten Morgen hat Johannes erst einmal den neuen Autopiloten zu Ende eingebaut. Den hatte sein Onkel für den bevorstehenden Sommertörn angeschafft und vorab sollte er schonmal getestet werden. Beim Einbau musste Johannes wieder ziemlich abenteuerliche Verrenkungen machen. Dann lief die Zeit davon, alles musste auf einmal ganz schnell gehen, damit wir die Brücke in Kappeln noch bekommen. Schließlich macht sie nur stündlich auf. Nachdem wir kurz noch in Kappeln festgemacht hatten (“Zig Zag” jenseits der Brücke, “Gipsy Girl” davor), ging es raus und Richtung Dänemark.

    Vorher stand aber eine Kalibrierungsfahrt für den Autopiloten an. Wir waren sehr gespannt, ob er es schaffen würde, die dicke Dame auf Kurs zu halten. Die Steuerung von “Gipsy Girl” ist ein wenig speziell, es braucht fünfeinhalb Umdrehungen am Rad von hart auf hart, da hat so ein Autopilot ordentlich was zu tun. Gut, dass wir so große Solarpaneele haben, um ihn ausreichend mit Strom zu versorgen. Für kurze Zeit und bei wenig Wind hat der Autopilot seinen Job auch ordentlich gemacht, irgendwann lief  ”Gipsy Girl” aber immer wieder aus dem Ruder. Schade. Problem vertagt, jetzt musste erstmal gesegelt werden. (Inzwischen funktioniert er aber!)

    Windmäßig sollte es nach Ærø gehen. Schwupps, die Lappen hoch und ab dafür. Wir waren so schnell unterwegs, die Sonne kam gar nicht so recht hinterher. Noch schneller war aber die “Zig Zag”. Eine ganze Weile segelten wir nebeneinander her. Bevor die beiden uns abhängten, haben sie noch die schönen Bilder von “Gipsy Girl” unter Segeln geschossen, die ihr hier ja schon sehen konntet.

    Erstes Etappenziel: Søby. Das Örtchen war mir noch in sehr guter Erinnerung. Vor fast genau zwei Jahren hat es Johannes und mich schon einmal dorthin verschlagen, damals noch mit der kleinen ”Fläckbäsh”, einer Hurley 22. Meine erste Nachtfahrt, eine ganz schön windige noch dazu. Ein tolles Erlebnis. Schön, diesmal den Leuchtturm bei Tage zu sehen, den ich seinerzeit die ganze Nacht im Auge behalten hatte.

    Auf der “Zig Zag” standen schon vier dampfende Pötte mit Kakao parat, als wir in Søby ankamen und es dauerte nicht lange, da wurde auch das Grillgerät wieder aktiviert. Ich muss sagen, wir sollten immer mit Georg und Irene reisen :-) Am nächsten Tag verschlug es uns nach einer sonnigen Motorfahrt nach Ærøskøbing und spätestens jetzt kam das richtige Urlaubsfeeling auf. Der Hafen war relativ leer, trotzdem legten wir uns ins Päckchen an einen Außensteg mit Blick auf eine Landzunge mit vielen bunten Badehäusern, hinter denen am Abend langsam die Sonne verschwand. Vorher schauten wir uns aber noch das Städtchen mit seinen  kleinen und schiefen Häuschen mit den bunten Fassaden und Türen an und freuten uns, wie schön doch alles gepflegt und erhalten ist. Kein Wunder, dass Ærøskøbing auch als “Märchenstadt” bezeichnet wird.

    Jetzt musste Irene, die vorher noch nicht in Dänemark gewesen war, aber schleunigst Bekanntschaft mit einem Pølser machen, jener quietschroten Wabbelwurst, die, in ein Brötchen gepackt, einfach nur richtig schön dänisch schmeckt! Lecker! Und wie sollte man nun den Abend verbringen? Na klar, der Grill musste wieder ran. Aber nicht nur irgendwie, diesmal bitteschön ein Grillfest par Excellence!

    Stufe 1: Grilling on the Strand!
    Glücklicherweise hatten wir noch den Außenborder von Johannes’ Kollegen an Bord, der wurde schnell an “Klein Erna” geschnallt, Grillkram eingeladen und los zum nahen Strand. Georg und Irene hatten auch etwas dabei, was man mit viel Wohlwollen als Schlauchboot bezeichnen konnte, erinnerte mich aber eher an eine alte schrumpelige Elefantenhaut, Wasser kam auch noch rein. Aber einen Außenborder hatten die, ein Traum. Der musste später auch direkt an die Erna angehängt werden, ein exquisites Schnellfahrvergnügen lasse ich mir schließlich nicht entgehen. Dabei habe ich wieder etwas neues gelernt, nämlich am Strand anzulanden. Klappte … einigermaßen gut. Als Appetizer kamen erst Berner Würstchen, die Hausmarke, die mit Käse drin und Bacon dran, und danach Bananen auf den Grill.

    Stufe 2: Grilling on the Boot.
    Später wurde es wieder auf der “Zig Zag” gemütlich. Mit Sundowner in der Hand einfach nur dem Sonnenuntergang zugucken. Wir hatten aber auch wirklich einen wunderschönen Liegeplatz, direkt in der ersten Reihe! Und anschließend: Gegrilltes! Mitternachtssnack sozusagen.

    Der letzte Tag des Kurzurlaubs führte uns durch das ziemlich kurvige und vor allem stellenweise niedrige Fahrwasser nach Marstal , immer der “Zig Zag” hinterher, die unsere Seekarten an Bord hatten. Johannes kramte zur Kontrolle noch eine Karte von 1988 raus, die aber manchmal mehr Unsicherheit schaffte, als Gewissheit. In Marstal trennten sich dann leider unsere Wege, nicht aber ohne vorher einen Abschiedspølser verdrückt zu haben. Die Stadt gabs nur im Laufschritt, wir mussten am Abend schließlich wieder die Brückenöffnung in Kappeln erwischen. Nach Marstal müssen wir wohl nochmal segeln, ich hab gesehen, da gibt es ein Schifffahrtsmuseum und man kann bei der Restauration eines alten Schoners zugucken …

    Für Georg und Irene ging es Richtung Norden, die beiden hatten noch eine Woche Zeit, bevor sie wieder Krefeld anpeilen mussten. Das Wochenende endete so, wie es begonnen hatte, mit einer schönen kleinen Segelstrecke, diesmal sogar noch mit Sonne und dänischem Picknick im Cockpit. Mittlerweile waren wir allerdings schon wieder ganz schön spät dran, so spät, dass wir die ganze Zeit den Motor mitlaufen lassen mussten, obwohl wir auch unter Segeln eine gute Reisegeschwindigkeit drauf hatten. Die Schlei hatten wir dann quasi für uns, vermutlich, weil nicht nur die Zeit fortgeschritten, sondern es auch Montag war. Noch einmal ein schöner Sonnenuntergang am Leuchtturm vor Schleimünde. Johannes sagt immer “kitschig”, aber ich glaub, er findet das ganz schön toll! Ich auch.

    Ein Blogeintrag von Cati, die ganz bald wieder Segeln möchte.

  • Leinenspielereien

    Posted by on Mai 10, 2011

    Was gibt es schöneres, als einen großen Karton voll neuer Leinen zu bekommen und sie in den Mast zu ziehen? Für mich gehört das immer wieder zu den angenehmsten Arbeiten an Bord. Und es wurde langsam auch wirklich Zeit, dass das alte, derzeit noch eingezogene Tauwerk ausgetauscht wird. Es hat bereits zwei Atlantiküberquerungen auf dem Buckel, besteht aus einfachen, billigen, geflochtenen Polyesterleinen. Die neuen kommen allesamt aus dem Hause Liros: Dynamic Plus mit Dyneema-Kern in zwölf Millimeter als Groß-, Genua- und Kutterfall, Herkules in zwölf Millimeter als Dirk, in zehn Millimeter als Reffleinen und jeweils zwölf Millimeter starke Herkules-Color-Leinen als Genuaschot (schwarz), Kutterfockschon (gelb) und Großschot (blau). Der Tag, an dem das Paket kam, war ein Tag wie Weihnachten :-)

    Von meinem guten Freund Egmont Friedl habe ich mir auf den letzten Bootsmessen in Hamburg und Düsseldorf einige Tricks im Umgang mit Tauwerk abgucken können. Als wir beide im Jahr 2009 seine Westsail 32 “Gavdos” von der Chesapeake-Bay über New York auf die Azoren gesegelt haben, hat er mir mitten auf dem Teich das Herstellen von Tauwerk-Schäkeln aus Dyneema beigebracht. Mit seinen Spleißnadeln, die er selbst herstellt, geht das ziemlich gut. Auf seiner Website www.emf-marine.de findet ihr mehr Info – und auf der Seite www.emf-sail.com auch einen Rückblick auf unsere Reise.

    Blöderweise habe ich die Spleißnadel, die er mir geschenkt hat, an Bord liegen lassen. Deshalb werde ich wohl bis zum Wochenende warten müssen, bis ich die Enden der Leinen spleißen kann.

    Letzten Sommer habe ich gelernt, dass man beim Einziehen der neuen Leinen die beiden Enden der alten und der neuen nicht nur mit Tape verbinden, sondern auch vernähen sollte. Was passiert, wenn man das nicht tut, seht ihr hier:

  • Entschieden …

    Posted by on Februar 9, 2011

    … haben wir uns am letzten Freitag nun endlich für ein Instrumenten-System. Ein Besuch bei Gotthardt hier in Hamburg machte klar: Wir wollen ein Netzwerk aus Silva-Nexus-NX2-Geräten an Bord haben! :-)

    Damit ist dann eine Menge möglich. Wir können alle Daten, die das Schiff liefert, direkt in einen Computer (steht auf der “to-buy-Liste”) in der Naviecke einspeisen, uns Statistiken und Polardiagramme zeichnen lassen. Wahnsinn!

    Wozu braucht man das als Fahrtensegler? Ihr werdet schon sehen … ;-)

    Als erstes kommt ein Basis-Set, bestehend aus Server, Multifunktionsanzeige und zwei Gebern an Bord. Der Rest wird nach und nach ergänzt, wenn das Schiff im Wasser ist.

    Johannes

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