-
Eine Baustelle weniger
Liebe Leser,
es muss ganz schön verwirrend sein, hier auf der Seite ständig Schiffswechsel mitzuerleben. Hier nun nochmal das alte Boot, das Anfang April von den neuen Eignern übernommen wird. Vergangenes Wochenende habe ich zusammen mit meinem Bruder Tobi in Kopperby damit verbracht, das Boot für die Übernahme vorzubereiten. Ich habe mich über sein Angebot, mir zu helfen, sehr gefreut! Cati ist gerade in Vorbereitung auf ihr Examen und deshalb nur sehr bedingt verfügbar. Trotzdem habe ich sie am Samstagabend dann noch zum Grillen an die Schlei geholt und gleich Sonntagfrüh wieder zurück nach Kiel gebracht.
Wie man auf manchen Bildern sieht, ist der Kiel inzwischen komplett entrostet und zigmal grundiert. Zusammen mit Tobi habe ich außerdem eine neue Schaltung montiert und die neue Kühlwasserpumpe angepasst. Antifouling haben wir auch gestrichen. Jetzt habe ich in den nächsten Tagen nur noch ein paar Restarbeiten zu erledigen.
Es war wieder ein herrliches Wochenende an der Schlei. Die Sonne schien und machte zeitweise das Arbeiten im T-Shirt möglich. Es gibt doch nichts schöneres, als im Frühling am Boot zu basteln
Johannes
-
Zwei Baustellen gleichzeitig
Liebe Leser,
die wochenlange Funkstille hat einen Grund: Ich habe ausreichend zu tun. Das alte Boot wird Anfang April von den neuen Eignern übernommen und auch am Neuen gibt es noch eine Menge zu tun, bevor wir es wahrscheinlich im Mai oder Juni nach Deutschland überführen. Vor zwei Wochen waren Cati und ich zuletzt in Stavoren, haben ein paar kleine Arbeiten erledigt und eine Menge gemessen. Fallen, Schoten, Daten für den Segelmacher, für ein neues Polster, … Zwischendurch haben wir unseren neuen Freunden Florian und Nina (www.zwei-unter-segeln.de) einen Besuch abgestattet. Sie liegen kaum 20 Meilen entfernt und sind auch an jedem Wochenende dabei ihr Boot für große Reise zu präparieren. Abends gab es dann noch einen Gegenbesuch an Bord unserer Contest und wir haben die erste kleine Bordparty gefeiert
Die nächsten drei Wochenenden werde ich noch am alten Boot schrauben, aber dann geht es regelmäßig nach Holland. Ich freue mich sehr auf die Arbeiten an der Contest, denn jede Schraube, die wir ins Boot drehen, bringt uns der ganz großen Reise ein Stückchen näher.
Johannes
-
Kasko angeschaut
Liebe Leser,
auf dem Weg zu Catis Vater (Neujahrsbesuch) haben wir uns heute ein Stahlkasko angeschaut. Tolles Ding, super erhalten und komplett rostfrei. Dazu ist das Vorschiff schon ausgebaut, eine fast neue Maschine und ein Mast-Rohling dabei. Wir könnten direkt loslegen. Von der Größe her für uns perfekt. Aber der Arbeitsaufwand schreckt uns doch ein wenig ab. Vor allem Cati. Ich hatte damals, als ich 2006 von der Reise mit “Maverick” zurück kam, den festen Plan ein Kasko zu kaufen, es zu entrosten und dann nach meinen Vorstellungen auszubauen. In den folgenden Jahren habe ich mir dann etliche Rümpfe angeschaut, aber es war wirklich nichts brauchbares dabei. Dieses hier ist nun das erste richtig gute Kasko, wir könnten direkt mit dem Bau beginnen. Aber dennoch zögere ich. Die Zeit rennt uns davon. Eigentlich wollten wir 2012 (also DIESES Jahr!) starten, dann 2013, jetzt stehen die Zeichen eher auf 2014. Knapp, sehr knapp für einen kompletten Neuausbau. Wilfried Erdmann hat mir mal erzählt, dass er seine “Kathena Nui” in nur 5 Wochen am Steg ausgebaut hat. Allerdings in Vollzeit-Arbeit. Für mich wären es eher die Wochenenden. Cati ist für dieses Jahr erstmal zwecks Beendigung ihrer Jurastudiums komplett außer Verfügbarkeit. Es allein in faktisch nur eineinhalb Jahren brauchbar und hübsch (denn wir wollen ja eine Weile darauf wohnen …) auszubauen, wird schwierig. Naja … Gucken kostet ja nix.
Johannes
-
Zurück auf Anfang?!
Liebe Leser!
Winterzeit – Besinnlichkeit … auch Johannes und ich haben uns im Winter nun auf einiges zu besinnen.
Den Sommer über haben wir viel Zeit, Arbeit und natürlich auch Geld in die “Gipsy Girl” gesteckt, um sie fit zu machen. Außerdem hatten wir Gelegenheit, sie auf der Ostsee auszuprobieren und uns auf See an sie zu gewöhnen. Dass wir in näherer Zukunft auf Langfahrt gehen wollen, ist sicherlich kein Geheimnis mehr. An diesem Wunsch messen wir alles, was an der “Gipsy Girl” verändert wurde und werden soll. Jetzt, wo wir aufgrund der Temperaturen ohnehin einen Baustopp haben, bleibt Zeit, die Reisepläne weiter zu konkretisieren und uns eine Masterplan für die nächsten Monate auszudenken. Neben Zielen und Routen ist dabei in den letzten Wochen auch die Bootsfrage wieder in den Vordergrund gerückt.
Einerseits bietet “Gipsy Girl” wahnsinnig viel Platz und Komfort, hat sich auf vier Atlantiküberquerungen bewährt und ihre Segeleigenschaften haben uns auf dem Schwedentörn überzeugt. Wir kennen fast jede Ritze des Bootes und wir müssten nur da weiter machen, wo wir aufgehört haben. Vom Rumpf her ist sie für das geeignet, was wir uns vorstellen.
Andererseits bedarf sie noch viel mehr Pflege, als zunächst angenommen. Insbesondere das Teakdeck müsste vor der Reise komplett überholt werden, denn wir wünschen uns mit einem Boot loszufahren, das nur die üblichen Baustellen hat, und uns nicht in jedem Hafen zu neuen Arbeiten zwingt.
Und der wichtigste Punkt: Wir werden mit dem Boot nicht warm. Obwohl wir den Verkauf der Contest 33 nicht bereuen und sie auch in guten Händen wissen, sehnen wir uns doch oft nach ihr zurück. Sie war so schön klein und kuschelig, genau das richtige für uns. Die “Gipsy Girl” ist uns mit 12,5 Metern doch um einiges zu groß für uns zwei, mit 13 Tonnen im unbeladenen Zustand auch nicht sehr handlich im Hafen zu händeln. Von der Einhandtauglichkeit mal abgesehen, die für Johannes ja auch nicht gerade unwichtig ist. Obwohl er nach dem Ablegen auch einhand damit auf Reisen gehen könnte.
Ich denke mir oft, dass es doch nicht sein kann, dass ein Boot vorhanden ist, und wir damit nichts anzufangen wissen. Oder zumindest wenig. Was ein Luxus in so jungen Jahren so ein großes Boot zu haben. Aber es ist und bleibt halt doch ein Kompromiss: Praktisch, seetüchtig und gut, aber es passt nicht zu uns. Irgendwie ist es zu groß und zu komfortabel.
Wie viel Aufwand es bedarf, ein geeignetes Schiff zu finden, wird jeder nachvollziehen können, der selbst schon einmal vor der Aufgabe stand. Auch die finanzielle Frage spielt hier eine entscheidende Rolle, zumal ich als Studentin herzlich wenig beisteuern kann, das liegt allein an Johannes. Und es muss passen, denn wir wollen ja nicht nochmal an den Punkt gelangen, an dem wir uns gerade befinden.
Und letztlich: Groß oder klein? GFK oder Stahl? Kredit oder nicht? “Gipsy Girl” oder nicht? Was wollen wir überhaupt?
Cati























