www.zu-zweit-auf-see.de
  • Kleine Schritte vorwärts

    Posted by on Juni 15, 2011

    Liebe Leser,

    an der Zugriffszahlen-Kurve bei Google-Analytics kann ich erkennen: Es ist langsam mal wieder Zeit, ein paar Zeilen zu tippen.

    Also los:

    Das vergangene Wochenende war turbulent. Knapp 1.400 km hat mich mein alter Golf getragen, tapfer und zuverlässig. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn der Kilometerzähler nähert sich immer mehr der Zahl 300.000. Am Sonntagnachmittag war ich im Hannoverschen Yachtclub in Steinhude zu Gast. Der zweite Vorsitzende hatte mich bei Land Rover Live in Hannover gesehen und sofort für eine Clubveranstaltung engagiert. Seit mehr als 15 Jahren bin ich nicht mehr am Steinhuder Meer gewesen und so war ich sehr gespannt. Vorträge sind ja im Sommer für gewöhnlich nicht besonders gut besucht, weil es auch abends noch zu hell für den Beamer ist – und außerdem die meisten Segler lieber auf ihren Booten oder im Urlaub sind. Dennoch war das Clubheim rappelvoll mit tollem Publikum. Es war ein sehr schöner Nachmittag mit wirklich freundlichen Leuten. Schade, dass ich kein Foto davon habe.

    Der Besuch auf “Gipsy Girl” beschränkte sich entsprechend nur auf den Montag (einen kurzen Abstecher am Freitag nicht mitgerechnet). Noch am selben Abend nach dem Vortrag tankte ich vierzig Liter Diesel, sowie einen halben Red Bull und begab mich auf meine alt vertraute A7. Kurz vor ein Uhr morgens sammelte ich Cati in Kiel ein, kurz vor halb zwei waren wir in Kopperby – und nach einem Bier schnell in der Koje. Dennoch kamen wir Montag gut auf die Beine. Endlich mal ein entspannter Tag. Der erste seit langem. Ich konnte einige Dinge vorbereiten, Maße für das geplante Windsteueranlagen-Hilfsruder nehmen, einen Ölwechsel durchführen (Füllmenge: 13 Liter!! Puuuh …), zwei weitere der vier Wassertanks an Bord reinigen – und sogar einige Kapitel in meinem Buch lesen. Das schönste an dem Tag war aber das Kaffeetrinken am Nachmittag. Meine Mutter hatte selbstgebackenen Kuchen mitgegeben, der Kaffee kam aus Österreich. Ein sehr freundlicher Leser dieses Blogs hatte uns ein kleines Care-Paket für die Bastelzeit an Bord zugeschickt. Kaffee, Kekse, Feuchttücher (braucht man immer mal ;-) ) und ein Buch von einem meiner Lieblingsautoren, Clive Cussler. Dessen Dirk-Pitt-Geschichten habe ich damals während meiner Atlantikreise verschlungen und auf diese Weise Englisch gelernt. Vielen Dank nach Wien für dieses tolle Präsent! :-)

    Care-Paket aus Österreich

    Nun hat uns der Alltag wieder. Cati ist gerade sehr beschäftigt mit ihrer Schwerpunktbereichs-Prüfung, die nächste Woche stattfindet. Ein dickes Ding. Entsprechend geht ihr die Muffe. Sie ist Tag und Nacht am Lernen. Ich hingegen habe gerade heute eine neue Geschichte für die YACHT abgeschlossen, die in Heft 15 erscheint, und parallel ein Preisausschreiben organisiert, das 12 glückliche Gewinner (und mich :-) ) am kommenden Samstag auf einen Segeltörn im Rahmen der Kieler Woche führt. Deshalb bleibt wieder nur der Sonntag zum Bootbasteln. Dann wird wohl endlich der Kohlefilter ins Wassernetzwerk installiert werden, eventuell eine Entwässerungpumpe für den Grauwassertank – und ich werde ein neues Leck in der Heißwasserleitung dichten, durch das bereits ein nagelneuer Dieselfilter dran glauben musste …

    Bald gibt es wieder spannendere Dinge zu berichten. Hoffe ich. Das nächste große Bauprojekt wird das Ruderblatt :-)

    Stay tuned!

    Johannes

     

    Übrigens: Platz 97 unter den Top100!!! :-)

  • Mal wieder segeln …

    Posted by on Juni 9, 2011

    … wäre doch schön, habe ich noch am vergangenen Sonntag gedacht. Seit wir Ende April in Hamburg losgefahren und Anfang Mai in Kopperby angekommen sind, hat sich das Boot keinen Meter bewegt. Wir hatten ja auch ganz gut mit den Bastelarbeiten zu tun. Da kam eine Gelegenheit heute Nachmittag sehr recht: Unser Verlag (Delius Klasing) ist im Besitz des ersten Schwertzugvogels, der je gebaut wurde. Vor 51 Jahren gewann der Konstrukteur Ernst Lehfeld einen von meinem Arbeitgeber ausgeschriebenen Konstruktionswettbewerb um eine kostengünstige Wanderjolle, die in Eigenarbeit hergestellt werden konnte. Der erste Schwertzugvogel wurde 1960 gebaut. Heute haben wir “G1″ nun aufgetakelt und sind das Stück vom Kran zum Liegeplatz an der Hamburger Außenalster gesegelt. Ein herrliches Boot. Ist schon einige Jahre her, dass ich zuletzt auf einer Jolle gesegelt bin.

    Schwertzugvögel haben mich schon immer fasziniert, seitdem mein Namensvetter Wilfried Erdmann 1990, kurz nach dem Mauerfall, einen Sommer lang auf solch einem Boot die Mecklenburg- und Vorpommerschen Küsten- und Binnengewässer bereist hat. Zehn Jahre später ist er diese Seegebiete noch einmal abgesegelt und hat so mit den zwei tollen Büchern “Mein grenzenloses Seestück” und “Ein deutscher Segelsommer” den Wandel der Zeit festgehalten.

    Handyfoto

    Wieder steht ein langes Wochenende an, aber ich werde leider nur am Montag so richtig auf dem Boot sein. Sonntagnachmittag halte ich meinen Vortrag “Allein über den Atlantik” im Hannoverschen Segelclub am Steinhuder Meer und fahre deshalb schon morgen nach der Arbeit für einen Familiensamstag nach Wolfsburg zu meinen Eltern. Ich freu mich schon sehr darauf.

    Eins der nächsten großen Projekte am Boot soll ein zusätzliches Hilfsruder werden, auf das der Windpilot gelenkt wird und mit dem er das Boot steuert. Dann werden wir endlich steuerfrei :-) Das Ruder soll aufholbar sein, damit es bei Hafenmanövern nicht stört. Ich habe heute schon vom Windpilot-Hersteller ein Foto von einem System bekommen, das ziemlich gut funktionieren sollte. Nun muss ich es nur in unserer Bootsgröße nachbauen. Während des Schiffbaustudiums habe ich vor einigen Jahren mal CAD-Zeichnen gelernt. Vorhin habe ich mir nun eine 30-Tage-Testversion von TurboCAD für den Mac heruntergeladen. Mal schauen, ob sich der Plan in meinem Kopf damit visualisieren lässt. Die Idee ist so simpel, wie genial: Am Heck sind bereits zwei Ruderhalterungen. Da wird einfach eine Achse durchgesteckt, an der ein zusätzliches Ruder angehängt wird. Damit ist es dann auf der Achse aufhol- oder absenkbar. Zugleich habe ich dann ein zweites, unabhängiges Ruder als Backup. Wird motort oder von Hand gesegelt, ziehen wir das Hilfsruder aus dem Wasser, – soll aber die Windsteueranlage ihren Dienst tun, wird das Ruder ins Wasser gelassen und das Hauptruder festgestellt.

    Endlich habe ich auch ein Foto eines Schwesterschiffes bekommen. Der Royal-Cape-Yacht-Club (dessen Kürzel noch immer am Heck der “Gipsy Girl” kleben) hat mir den Eigner einer “Oceanbound 39″ vermittelt. Das ist der gleiche Rumpf, mit einem anderen Deck. Verblüffend ist, dass der “Seeteufel” fast so aussieht, wie eine gestreckte Contest 33 – unser letztes Schiff. Gar nicht so verblüffend jedoch, wenn man weiß, dass der Konstrukteur “Poppy” Bongers das Schiff dem Flying Dutchman seines Sohnes nachempfunden hat, der zu damaliger Zeit Meister in dieser Klasse war. Der Flying Dutchman wiederum wurde von Uus van Essen konstruiert – aus dessen Feder auch die Contest 33 stammt. Damit schließt sich der Kreis.

    Oceanbound Bongers 39 …

    … und Contest 33

    Vergangene Woche habe ich mich übrigens eingehend mit dem Thema, welche Wirkung bestimmte Bücher auf uns haben, beschäftigt. Dazu habe ich einen Großteil der Segelprominenz befragt, was sie am liebsten gelesen haben und durch welche Bücher sie am meisten beeinflusst wurden. Eine interessante Geschichte, die ihr in YACHT 14/2011 (ab 22. Juni am Kiosk) lesen könnt.

    Ein bisschen enttäuscht war ich, dass mir heute jemand einen echt guten und sehr, sehr günstigen gebrauchten Außenborder vor der Nase weggeschnappt hat :-( Schade … So billig bekommen wir den wohl nicht wieder. Aber sicher findet sich irgendwann ein anderer. Dafür hat diese Website heute den Sprung unter die Top-99 der Segelseiten gemacht! Jedenfalls unter denen, die sich auf dieser Seite registriert haben. Das Erstaunliche ist, dass die Counter für die anderen Seiten bereits seit Dezember laufen, unserer aber noch keine zwei Monate. Freut mich, dass ihr alle so oft vorbei guckt! :-)

    Johannes

     

  • Die Welt ist ein Dorf …

    Posted by on Mai 4, 2011

    Freitagabend sind wir in Brunsbüttel als viertes Schiff in ein Päckchen gegangen. Die Crew der Hallberg Rassy 42 “Enjoy” nahm unsere Leinen gerne an. Über die Reling kamen wir kurz ins Gespräch: Sie hatten das Schiff gerade in Rendsburg übernommen und planten, Richtung Nordsee weiter zu fahren. Irgendwie kam mir das Schiff gleich bekannt vor. So viele HR 42, die auch noch als Ketsch getakelt sind, gibt es schließlich nicht. “Irgendwoher kenne ich das Schiff” konnte ich dem neuen Eigner sagen – aber ich wusste nicht mehr woher. Heute erst dämmerte es mir: Aus St. Lucia! Na klar! Die “Enjoy” lag dort im Hafen, direkt neben dem Dinghidock. Jeden Tag bin ich an ihr vorbei gefahren. Der ebenfalls deutsche Voreigner war damals gerade dabei, ein neues Teakdeck zu verlegen – deshalb lag das Deck unter einer Plane.

    In meinen Fotoarchiven von wurde ich schnell fündig. Das unten stehende Bild zeigt stark vergrößert (und deshalb sehr pixelig) den Steg, an dem das Schiff lag. Klar zu erkennen, das geschwungene “E” von “Enjoy”. Einfach unglaublich. Sechs Jahre ist das her … und nun gehe ich zufällig in Brunsbüttel längsseits ;-)

    Johannes

  • In alten Unterlagen gestöbert …

    Posted by on April 14, 2011

    Mit dem Schiff habe ich viele Seekarten rund um den Atlantik, etliche alte Bücher und eine dicke, rote Mappe bekommen. In letzterer befindet sich so gut wie jede Quittung, die jemals für das Schiff ausgestellt worden ist. Unheimlich spannend, darin zu stöbern. Hier einige Auszüge.

    Johannes