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Die Qual der Wahl
Liebe Leser,
auf Catis letzten Blogeintrag hin haben uns zahlreiche Mails erreicht. Vielen herzlichen Dank für die vielen aufmunternden Worte und guten Tipps!
Einige haben auch gefragt, nach welcher Art von Schiff wir denn nun suchen. Das können wir ziemlich genau einkreisen: Eines zwischen 31 und 34 Fuß. Unsere Contest 33 war eigentlich von der Größe her perfekt. So etwas suchen wir wieder. Von der Route her, die mir im Kopf herumschwirrt, wäre wahrscheinlich Stahl oder Alu am ehesten geeignet. Alu ist uns zu teuer, Stahl sehr pflegeintensiv – ich bin mir aber sicher, dass die Route auch mit einem stabil gebauten GFK-Schiff bewältigt werden könnte. Die angepeilte Größe eignet sich perfekt für eine zweiköpfige Crew und ist auch noch gut einhand zu segeln.
Im letzten halben Jahr haben wir viel Ausrüstung zusammengekauft oder geschenkt bekommen, die genau für ein Boot dieser Größe passt. Die Windsteueranlage funktionierte an der Contest 33 einfach hervorragend, unsere geschenkt bekommene Eberspächer-Heizung ist genau auf ein Boot dieser Größe dimensioniert und auch ein Trysegel und Schlauchboot, die uns ein sehr netter Mensch überlassen haben, passen genau auf ein Boot dieser Größe. An dieser Stelle nochmal vielen herzlichen Dank an all die freundlichen Unterstützer!
Johannes
Unsere Bordkuh findet das neue Schlauchboot ziemlich cool!
Das Trysegel ist ein Traum in rot.
Schade nur, dass man das tolle Segel so selten setzt …
Unser Windpilot-Pacific steuerte mich im letzten Jahr nonstop von Holland nach Glückstadt. Ich kann es kaum erwarten, ihn ans nächste Boot zu montieren.
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Zurück auf Anfang?!
Liebe Leser!
Winterzeit – Besinnlichkeit … auch Johannes und ich haben uns im Winter nun auf einiges zu besinnen.
Den Sommer über haben wir viel Zeit, Arbeit und natürlich auch Geld in die “Gipsy Girl” gesteckt, um sie fit zu machen. Außerdem hatten wir Gelegenheit, sie auf der Ostsee auszuprobieren und uns auf See an sie zu gewöhnen. Dass wir in näherer Zukunft auf Langfahrt gehen wollen, ist sicherlich kein Geheimnis mehr. An diesem Wunsch messen wir alles, was an der “Gipsy Girl” verändert wurde und werden soll. Jetzt, wo wir aufgrund der Temperaturen ohnehin einen Baustopp haben, bleibt Zeit, die Reisepläne weiter zu konkretisieren und uns eine Masterplan für die nächsten Monate auszudenken. Neben Zielen und Routen ist dabei in den letzten Wochen auch die Bootsfrage wieder in den Vordergrund gerückt.
Einerseits bietet “Gipsy Girl” wahnsinnig viel Platz und Komfort, hat sich auf vier Atlantiküberquerungen bewährt und ihre Segeleigenschaften haben uns auf dem Schwedentörn überzeugt. Wir kennen fast jede Ritze des Bootes und wir müssten nur da weiter machen, wo wir aufgehört haben. Vom Rumpf her ist sie für das geeignet, was wir uns vorstellen.
Andererseits bedarf sie noch viel mehr Pflege, als zunächst angenommen. Insbesondere das Teakdeck müsste vor der Reise komplett überholt werden, denn wir wünschen uns mit einem Boot loszufahren, das nur die üblichen Baustellen hat, und uns nicht in jedem Hafen zu neuen Arbeiten zwingt.
Und der wichtigste Punkt: Wir werden mit dem Boot nicht warm. Obwohl wir den Verkauf der Contest 33 nicht bereuen und sie auch in guten Händen wissen, sehnen wir uns doch oft nach ihr zurück. Sie war so schön klein und kuschelig, genau das richtige für uns. Die “Gipsy Girl” ist uns mit 12,5 Metern doch um einiges zu groß für uns zwei, mit 13 Tonnen im unbeladenen Zustand auch nicht sehr handlich im Hafen zu händeln. Von der Einhandtauglichkeit mal abgesehen, die für Johannes ja auch nicht gerade unwichtig ist. Obwohl er nach dem Ablegen auch einhand damit auf Reisen gehen könnte.
Ich denke mir oft, dass es doch nicht sein kann, dass ein Boot vorhanden ist, und wir damit nichts anzufangen wissen. Oder zumindest wenig. Was ein Luxus in so jungen Jahren so ein großes Boot zu haben. Aber es ist und bleibt halt doch ein Kompromiss: Praktisch, seetüchtig und gut, aber es passt nicht zu uns. Irgendwie ist es zu groß und zu komfortabel.
Wie viel Aufwand es bedarf, ein geeignetes Schiff zu finden, wird jeder nachvollziehen können, der selbst schon einmal vor der Aufgabe stand. Auch die finanzielle Frage spielt hier eine entscheidende Rolle, zumal ich als Studentin herzlich wenig beisteuern kann, das liegt allein an Johannes. Und es muss passen, denn wir wollen ja nicht nochmal an den Punkt gelangen, an dem wir uns gerade befinden.
Und letztlich: Groß oder klein? GFK oder Stahl? Kredit oder nicht? “Gipsy Girl” oder nicht? Was wollen wir überhaupt?
Cati
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Eingewintert
Liebe Leser,
heute haben wir endlich das Boot eingewintert. Schon vor drei Wochen ging es ohne unser Zutun und Dank unseres netten Hafenmeisters Harald an Land. Ich hatte an den Wochenenden am Stand der YACHT auf der Hanseboot ganz gut zu tun. Auch am vergangenen Wochenende hat es mit dem Einwintern dann nicht so recht geklappt. Zunächst war ich erstmal drei Tage auf der Reisemesse “VIVA Touristika” in Frankfurt und habe dort abwechselnd mit dem bekannten Wüstendurchwanderer und Abenteurer Achill Moser meine Geschichte der Atlantiküberquerung mit Maverick erzählt. Die Messe war toll und der Besuch hat sich bei einem Eintrittspreis von 6 Euro allein schon wegen den vielen Reisevorträgen gelohnt. Auf den anderen Bühnen haben weitere Abenteurer von Fahrradtouren nach Shanghai, langen Wandertouren und Kajakfahrten auf allen Gewässern der Welt berichtet. Hochgradig spannend. Seitdem könnte ich mir vorstellen, auch auf andere Art und Weise um die Welt zu fahren, als unter Segeln. Erstaunt war ich allerdings, als ich am Ende der drei Tage meine Bücher zählte. 10 verkauft, 8 geklaut …
Vorträge auf der VIVA Touristika in Frankfurt
Die Reisepläne mit dem eigenen Boot stehen für Cati und mich aber weiterhin ganz oben auf der Liste. Alles hat jedoch seine Zeit – und diese hier steht gerade unter der Überschrift “Arbeitszeit”. Meine Aufgabe für den Winter ist es Geld zu verdienen und zugleich zu sparen. Das funktioniert vor allem dank der Vorträge. Nachdem ich in den letzten Jahren viele Segelvereine besucht und ihnen meine Geschichte mit “Maverick” erzählt habe, laden mich nun immer mehr große Firmen ein, ihren Festabend zu untermalen oder ihr Incentive zu gestalten. Das macht immer wieder sehr viel Freude
Das Boot ist jetzt erstmal vollständig eingewintert, ausgeräumt und abgeplant. Bis Februar oder März werden wir höchstens mal nach dem Rechten gucken fahren. Nachdem wir die letzten 1,5 Jahre wirklich fast jedes Wochenende an Bord verbracht haben, ist es eine ganz schöne Umgewöhnung. Trotzdem gab es seit einem halben Jahr noch kein Wochenende, an dem ich mal zuhause vor dem Fernseher lag.
Das Jahr geht langsam dem Ende entgegen. Wir haben es heute gemerkt, als schon um 16 Uhr die Sonne unterging. Im Kegel des Autoscheinwerfers gelang es dann aber doch noch ganz gut, das Boot zu verzurren. Doch noch wird das turbulente Programm nicht runtergefahren – auch wenn das Boot an Land steht, ich plane schon wieder neue, verrückte Dinge. Worum es sich dabei handelt – darüber werde ich hier demnächst berichten. Stay tuned!
Johannes
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Mast gelegt, Saisonende in Sicht
Liebe Leser,
um ein Haar hätte es in diesem Post keine Fotos gegeben – denn just in dem Augenblick, als ich dem Browser geöffnet habe, fiel mir wie Schuppen aus den Haaren, dass ich gerade meine neue Jeanshose samt SD-Speicherkarte in der Tasche in die Waschmaschine geworfen habe … Doch was ein Glück! Zwar war die Karte schon nass und seifig, aber es gelang trotzdem noch die Fotos herunter zu ziehen.Mal gucken wie lange es die Karte jetzt noch tut …
Gestern haben wir in Kopperby den Mast gelegt. Damit neigt sich die Segelsaison langsam dem Ende zu. Einerseits hätte ich gern noch die Segelsaison ein wenig nach hinten verlängert – andererseits waren wir den ganzen Sommer über jeden freien Augenblick am Boot. Meist haben wir nur daran geschraubt und darauf gewohnt, trotzdem haben wir es aber auf etliche hundert Seemeilen gebracht. Neben dem Sommertörn nach Schweden war ich im Juli mit meinem Vater und meinem Onkel noch neun Tage unterwegs durch die dänische Südsee. Die Geschichte dazu werdet ihr in einigen Wochen in der YACHT lesen.
In zwei Wochen, am 29. Oktober, geht “Gipsy Girl” per Autokran an Land. Diesmal ohne, dass wir dabei sind. Ich werde dann nämlich auf der Hanseboot sein und am YACHT-Stand in Halle B2 an der Theke, außerdem Rede und Antwort stehen. Diesmal haben wir wieder tolle Gäste eingeladen, die am Stand berichten. Heide und Erich Wilts etwa, die vom Bau ihrer neuen Freydis erzählen, Sönke Roever, meinen alten Freund Egmont Friedl (“Mr. Tauwerkschäkel”), mit dem ich 2009 von Washington aus nach New York und dann auf die Azoren gesegelt bin. Besonders freue ich mich auch auf einen anderen Freund, Boris Herrmann, der vom Barcelona World Race und neuen Plänen berichtet. Es gibt also viel zu hören und zu sehen. Ich bin an beiden Wochenenden dort – kommt vorbei!
Donnerstag mache ich mich zunächst aber auf den Weg nach Süden. Abends um 19 Uhr halte ich meinen Vortrag “Allein über den Atlantik” ein weiteres Mal im Zuge der tollen Reihe “Land Rover Live”. Diesmal bei Auto Eder in Traunstein. Auch hier sind noch einige Plätze frei. Am Besten sofort anmelden. Der Eintritt ist frei.
Was wir alles im Winter am Boot basteln werden, können wir jetzt noch nicht sagen. Wir haben uns erstmal einen Baustopp auferlegt. Im März soll das Boot neu lackiert werden. Außerdem macht das Holzdeck Probleme, es regnet an einigen Stellen rein. Einige Fugen im Teak müssen erneuert werden, außerdem einige Stellen nachlackiert. Großes Boot, große Arbeiten …
Stay tuned. Und kommt auf der Hanseboot vorbei! Ich freu mich drauf
Johannes




























