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  • Sommertörn Teil II

    Posted by on September 13, 2011

    Liebe Leser,

    lange nichts neues hier auf der Seite. Die Bauarbeiten am Schiff liegen derzeit auch ein wenig auf Eis. Details gibts im nächsten Blogeintrag. Hier in Hamburg zieht ohnehin gerade der Herbst ein. Wird deshalb langsam wirklich Zeit für den angekündigten zweiten Teil unseres Schwedentörn-Videos.

    Übrigens ist es gar nicht einfach gewesen, den Film bei Youtube hochzuladen. Der Upload der Ursprungsdatei sollte 1.100 Minuten dauern! Die zweite, etwas komprimierte Version war dann immer noch fünf Gigabyte groß. Letztlich habe ich ihn dann als 2,5 Gigabyte großes File hochgeladen. Das hat vier Stunden gedauert. Keine Ahnung, wie das später mal aus einem kleinen Internetcafé in der Karibik funktionieren soll … ;-)

    Hier gibt es nun also wieder mal etwas zu gucken. Viel Spaß dabei! :-)

    Johannes und Cati

  • Liferafting auf der Schlei

    Posted by on August 23, 2011

    Liebe Leser,

    seit einer Woche sind wir zurück aus dem Schwedenurlaub – und sofort hatte ich wieder allerlei um die Ohren, sodass ich bislang noch keine Zeit gefunden habe, die zighundert Fotos zu sichten und Filme zu schneiden. Vorab nun aber ein kleines Video, das wir vergangenen Sonntag gedreht haben.

    Ich habe vor drei Jahren einen Sea-Survival-Kurs in Neustadt gemacht und fand die Erfahrung, mal mit einer Automatik-Rettungsweste ins Wasser zu hüpfen und aus dem Wasser in eine Rettungsinsel zu klettern, ziemlich wertvoll. Da unsere Rettungswesten ohnehin mal wieder gewartet werden müssen und auch die Rettungsinsel mehr als fällig war, wollten wir das an diesem warmen Tag einmal in Eigenregie ausprobieren.

    Das Test-Team: Birte und Nico von der “Tamtam“, mein Kollege Alex von der “Valentine” und natürlich Cati und ich. Die 30 Jahre alte Avon-Insel hatte mir Uwe Röttgering für die Überführung unserer Contest 33 von Holland über die Nordsee nach Deutschland geschenkt. Nach meiner Anfrage bei einem Fachbetrieb stellte sich jedoch heraus, dass eine Wartung fast soviel kosten sollte, wie eine neue Insel – und die ist nun für kommenden Sommer eingeplant.

    Alle weiteren Erklärungen seht ihr im Film. Ich erzähle da fälschlicherweise, dass die Insel 25 Jahre alt ist. Stimmt aber nicht, sie ist von 1981.

    Johannes

  • In Sachen Anholt* …

    Posted by on August 6, 2011

    Liebe Leser,

    viele Grüße aus Göteborg, dem nördlichsten Zipfel unseres Sommertörns. Nie hätten wir es für möglich gehalten, dass wir es so weit schaffen würden – und dann auch noch in der ersten Woche der Reise!

    Im Hinterkopf hatten wir heimlich tatsächlich Göteborg als Wendepunkt geplant, deshalb sollte unser erstes Ziel Anholt sein, eine Insel im Kattegat. Zirka 170 Seemeilen von Kopperby entfernt ist sie laut Törnführer “das Traumziel der deutschen Fahrtensegler” – und ein schöner Absprungshafen Richtung Schweden. Es hieß also erstmal: Meilen machen!

    Passend zum Start stellte sich am vergangenen Sonntag Sommerwetter ein, leider machte  aber gleichzeitig der Wind erstmal Urlaub. So hatten wir die Gelegenheit, den Spi auszuprobieren, der 1988 in Südafrika genäht, aber nie zum Einsatz gekommen war. Damit konnten wir dann doch ein wenig Fahrt Richtung Bagenkop machen. Dort, an der Südspitze Langelands, sind wir dann einmal links abgebogen und ab in den Großen Belt. Immer noch bei leichten Winden. Unter diesen Bedingungen konnten wir locker Klappstühle auf dem Achterdeck aufbauen und gemütlich in der Sonne braten, dabei etwas futtern und etliche Schweinswale beobachten. Zum Abend hin stellte sich doch noch Wind ein, sodass wir erst noch unter Spi, dann unter Groß und Genua bis zu 8 Knoten liefen. Schöne Segel-Action nach dem entspannten Tag.

    Für mich stand wieder eine Premiere bevor, nämlich die erste richtige echte Nachtfahrt. Seitdem ich Johannes kenne und er mich an die einschlägige Literatur herangeführt hat, träumte ich von einer Nacht auf See, mit schaukeligem Bett und einem Wachwechsel unter Sternenhimmel. Obwohl dies schon unsere dritte gemeinsame Segelsaison ist, hatten wir nie die rechte Zeit für einen längeren Törn, der derartige Späße erlaubt, sondern nur eine Nachtfahrt unter recht unromantischen Bedingungen hinter uns gebracht. Aber jetzt sollte es soweit sein! Wachwechsel alle drei Stunden ab 22.00 Uhr: Erst Johannes, dann Uwe und ich. Das Einschlafen klappte bei mir erstmal nicht so gut. Nicht etwa wegen der Schaukelei, sondern einfach weil ich vor Freude so aufgeregt war! Gespannt hab ich den Geräuschen zugehört, dem Quietschen des Autopiloten, der übrigens ganz fantastisch funktioniert, das Rauschen des vorbeifließenden Wassers, die Klatscher an die Bordwand, der Wind in den Segeln – und hab mich ganz wohlig und gemütlich gefühlt und bin dann doch weggedämmert. Beim Wachwerden gab es dann auch tatsächlich einen überragenden Sternenhimmel und es war auch noch recht warm, sodass es sich im Cockpit aushalten ließ. Leider ließ auch der Wind wieder nach und ich wurde wieder ganz schön müde, nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt, auf diesen Moment zu warten.

    Im Morgengrauen passierten wir die Brücke über den Großen Belt, die in einer dicken Nebelsuppe kaum zu erkennen war. Ich hatte ein bisschen Angst, dass aus der Nebelwand plötzlich ein dicker Frachter auftaucht, der uns übermangelt. Glücklicherweise hatten wir dann gegen Mittag endlich freie Sicht und schon wieder Sonne. Erneute Spi-Action! Außerdem wechselte Johannes alle drei Filter unserer Dieselleitungen, in denen sich eine ganz schöne Suppe befand.

    Im Laufe des Tages zeichnete sich ab, dass wir irgendwann in der Nacht auf Dienstag Anholt erreichen würden. Laut Hafenführer soll der Hafen immer überfüllt sein und wir wussten auch nicht, ob man dort vor der Insel ankern darf. Weil auch der Wind immer weniger wurde, entschieden wir uns für eine weitere Nacht auf See. Motor aus und zehn Meilen südlich der Insel einfach treiben lassen. Wir alle drei waren ziemlich müde, sodass Johannes mich direkt vier, statt drei Stunden schlafen ließ, wie nett. Ich wollte mich revanchieren und ihn ebenfalls vier Stunden schlafen lassen. Und Uwe, na ja, den wollte ich auch nicht wecken, der hatte so kleine Augen. War eh nicht viel los, deshalb dachte ich mir “ich kann das auch alleine wuppen”.

    Diese zweite Nachtwache fand ich schon weniger cool. Mannomann, ich wusste absolut nicht, wie ich mich wach halten sollte. In Zukunft muss ich mir mal Hörbücher auf einem Mp3-Player mitnehmen. Irgendwann kam mir die Idee, etwas zu schreiben. Ein Blatt und ein Bleistift lagen noch in der Naviecke, also schrieb ich auf ganzer Breite in jede Zeile ganz eng einfach den ganzen weltbewegenden Quatsch auf, der mir durch den Kopf ging. Solch elementare Fragen, ob ich wohl Ärger bekommen würde, wenn ich den Bleistift abnutze (weil wir keinen Anspitzer an Bord haben), oder mein innerer Kampf mit mir selbst, mir jetzt bloß nicht meinen ungewaschenen Kopf zu kratzen, weil er sonst die ganze Zeit juckt. Diese Schlacht hab ich übrigens verloren … Zwischendurch immer mal nach Frachtern gucken, alle fünf Minuten. Kam aber keiner. War ich froh, als es endlich sechs Uhr war, ich ins Bett konnte und der Wahnsinn ein Ende hatte!

    Um acht Uhr morgens erreichten wir am Dienstag dann Anholt und fanden uns plötzlich in einer anderen Welt wieder. Obertolle Strände, so klares Wasser, dass man den Grund sehen konnte und immer noch Sommerwetter. Das ist noch die Ostsee? Oder die Karibik? Im Hafen fanden wir direkt ein schönes Plätzchen und die nächsten zwei Tage wurde erstmal geurlaubt! Entspannung am Strand, wilde Schlauchbootfahrten – aber zuerst mal eine leckere Dusche! Fantastisch! Ich mag Fahrtensegeln! Am ersten Abend waren wir aber noch so müde, dass wir fast Uwes Geburtstag verpennt hätten. Ich hab noch schnell versucht ein bisschen Stimmung aufkommen zu lassen, aus Küchenrolle lustige Partyhüte gebastelt und um zwölf mit mitgebrachten Tröten Radau gemacht, aber es half nicht, die Feierei musste auf den nächsten Tag verschoben werden.

    So hatten wir also schon bereits nach vier Tagen alles, was das Herz erfreut: Entspanntes Segeln, rasanteres Segeln, dabei eine große Strecke zurückgelegt und sogar schon zwei richtige Urlaubshafentage. Vor uns noch genügend Zeit, tatsächlich bis nach Göteborg zu kommen.

    Diesmal gabs RICHTIG rasantes Segeln mit ordentlich Welle. Wenn 12 Tonnen tanzen, will das schon was heißen. Dooferweise werde ich immer schnell ein bisschen seekrank. Schlimmer wird’s natürlich, wenn ich unter Deck gehe. Viel doofer ist aber die Lage unseres Klos, nämlich im Vorschiff. Die Seeventile dafür sind auch noch unter der Schüssel, man muss sich immer platt auf den Boden legen oder Kopfstand machen, um sie öffnen zu können. Vor uns lagen 84 Meilen, unmöglich für eine kleine Mädchenblase so lange dicht zu halten. Der arme Johannes musste ganz schön oft Kopfstand machen.

    Vorgestern Nacht um zwei Uhr sind wir dann in den Stadthafen „Lilla Bommen“ in Göteborg eingelaufen, direkt in der City an einem Riesenrad und der Bark „Viking“, die heute ein Hotel ist. Schon im Dunkeln waren wir ganz fasziniert, die Schweden wissen ihre Stadt mit vielen bunten Lichtern gut in Szene zu setzen. Gestern morgen haben wir dann gemerkt, dass es hier auch im Hellen ganz schön viel zu sehen gibt. Weil wir so gut in der Zeit sind, konnten wir uns heute noch einen weiteren Göteborgtag gönnen, bevor es dann ab in die wesentlich ruhigeren Schären geht und wir uns entspannt heimwärts hangeln wollen.

    Alter Schwede, ist das ein schöner Urlaub …

    Cati

    * nicht zu verwechseln mit Sachsen-Anhalt

    Bildergalerie eins:

    Bildergalerie zwei:

  • Der Countdown läuft …

    Posted by on Juli 28, 2011

    Liebe Leser,

    in 24 Stunden werden Cati und ich auf dem Boot sitzen. Ein kaltes Bier in der Hand und ein glückliches Grinsen im Gesicht. Zwei Wochen Urlaub liegen vor uns. Unfassbar. Eine lange Zeit. Bislang habe ich das ganze Jahr über noch nie mehr als jeweils einen einzelnen Tag Urlaub genommen – und jetzt so lange. Echt stark. Wir freuen uns riesig auf die  vor uns liegende Zeit.

    Mit uns an Bord wird mein Onkel und Freund Uwe sein. Zu dritt wollen wir uns auf den Weg in den Norden machen. Wohin es genau geht, verrate ich nicht. Der Grund für diese Geheimnistuerei: Ich habe selbst noch keine Ahnung, wo wir hinsegeln. Aber wenn das Internet dort oben in einigen Häfen erreichbar ist, halte ich euch auf dem Laufenden.

    Vergangenes Wochenende waren Cati und ich in Missunde. Vielen Lesern mag der Ort ein Begriff sein, den von dort hat mein Namensvetter Wilfried Erdmann viele große Reisen gestartet. So war es auch eine dieser Reisen, die uns dorthin führte: Am 23. Juli 2001 war Wilfried mit seiner “Kathena Nui” von der größten Reise zurückgekehrt, die je ein Deutscher unternommen hat: 343 Tage lang umsegelte er die Welt gegen die vorherrschenden Windrichtungen, also im Zickzack-Kurs. Nonstop, ohne irgendwo an Land zu gehen, von Cuxhaven nach Cuxhaven. Als er damals an Land ging, standen mehrere hundert begeisterte Bewunderer auf dem Steg – und auch ich, damals 15 Jahre alt. Eine Begegnung, die mein Leben veränderte und den weiteren Weg vorzeichnete. Einige Jahre später setzte auch ich Segel. Meine Reise war wesentlich weniger weltbewegend, aber sie öffnete für mich eine neue Welt. Eine Welt, die es nun zu entdecken gilt.

    Zehn Jahre nach Wilfrieds Rückkehr also, am 23. Juli 2011, trafen sich einige Dutzend Menschen in Missunde, um sich dort noch einmal an Wilfrieds Rückkehr zu erinnern. HIER lest ihr den Bericht auf YACHT-online und HIER einen weiteren auf der Website von Wilfried Erdmann. Wir reisten mit dem Boot an. Astrid hatte uns einen Liegeplatz direkt vor dem Festzelt am Missunder Fährhaus reserviert.

    Der Abend war einfach wunderschön. Wir lernten viele spannende Menschen kennen, einige davon selbst Weltumsegler, andere Abenteurer. Fast beiläufig erklärte mir ein Gast, dass er mal ein halbes Jahr beim Konstrukteur der “Gipsy Girl” zuhause gewohnt hat (ich konnte VIELE kostbare Dinge über unser Boot lernen!), andere erzählten Geschichten aus ihren Reisen und von zahlreichen Gegenden, die wir unbedingt bald mal mit dem Boot erreichen wollen. Was Cati und mich jedoch am meisten verblüffte: Statt Blumen und Geschenken baten die beiden um Spenden für einen jungen, angehenden Weltumsegler. Gestern nun verkündete Wilfried auf seiner Website (und zeitgleich per Mail an mich), dass wir den Erlös bekommen sollen! Wir sind total baff, können unser Glück kaum fassen. Und natürlich dankbar! Wilfried und Astrid haben mich schon damals, nach meiner Rückkehr von der Atlantikreise, großartig unterstützt – und jetzt solch eine liebe Geste. Vielen herzlichen Dank euch beiden – und natürlich auch all denen, die so großzügig Geld gespendet haben! Wir werden es sinnvoll einsetzen, um bald länger die Segel setzen zu können.

    Bevor wir auf Weltumsegelung gehen, steht nun jedoch erstmal der Törn nach Norden bevor. Morgen geht es los. Endlich …

    Ein paar Eindrücke unserer Fahrt nach Missunde – quasi meine ersten Spielereien mit der neuen Kamera – könnt ihr euch hier anschauen. Einfach die Qualität von 360p auf 720p hochschalten, Vollbild an – und ab dafür! :-)

    Stay tuned!

    Johannes

     

     

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